Mittwoch, 11. November 2009
Felix Ignatius, der Mienensucher.
Ignatius war Mienensucher. Diesen Künstlernamen hatte er sich selber gesucht, er war von seiner Begabung zum Mienensuchen so fest überzeugt, dass er diese Tatsache, auf politische, wissenschaftliche und religiöse Art und Weise begründen und verteidigen konnte. Er suchte überhaupt leidenschaftlich gerne, und war froh, dass er Spaß bei der Arbeit hatte. Wegen seiner sehr kurzen Reaktionszeit und Empfindlichkeit nannten ihn seine Mittarbeiter und Mitarbeiterinnen liebevoll den FI-Schalter. Eigentlich hieß er Hans Wilhelm Kranz, benannt nach seinen Großvätern, Hans Ginghoch und Wilhem Peng, die auch schon Mienensucher waren, aber bei je einem bedauerlichen Mienensuchunfall ums Leben kamen.
Hier draußen auf dem Felde fühlte er sich frei und konnte mit seinem ganzen Herzen suchen. Tagsüber fühlte er, wie sein Herz sich langsam füllte, was Abends dann seinen Höhepunkt erreichte. Am nächsten Morgen dann, obwohl er draußen im Feld in einem Zelt übernachtete, kam er sich leer und farblos vor, und fing daher sofort wieder mit dem Suchen an.
Seine Frau und Kinder saßen zuhause und waren stets sehr besorgt um Hans. Man konnte es an ihren abgekauten Fingernägeln und deutlichen Augenrändern leicht bemerken. Über die überduchschnittliche Versorgung konnten sie sich kaum freuen, obwohl sie es als beruhigendes Mittel oft heranzuholen versuchten, und scheiterten.