Dienstag, 4. Januar 2005
Der Zauberspruch
Der Grund warum ich heute ach so traurig bin,
Ist nicht der kalte Regen, nicht der grausge Wind.
Der Wolken grauer Dunst, die schlaflos helle Nacht,
Erklären nicht den Schmerz, der mich so arg verlacht.
Denn schau ich ehrlich tief auf meines Herzens Grund,
So wird mir einst gewahr die bluttriefende Wund.
So such ich Tag und Nacht, nach jenem Zauberspruch:
Beende meine Qual! Sprich diesen Fluch zu Bruch!
Je eiliger mein Blick, so breiter keilt die Wund,
So ferner rückt von mir die erste letzte Stund.
Doch breche ich mit mir und werd dem Bruch gewahr,
So bricht die Welt mit dem, was vorher sie noch war.