Montag, 1. November 2004
Sein und Schein
Du kannst das Gute immer wissen.
Kluge Worte von dir pissen.
Weise Taten wie besessen
Preisen, rühmen, widerfressen.
Sünden, beichten, schleimen, büßen.
Das was Ist mit Soll zu süßen.
Ist die Wahrheit kein Kerzenschein,
Romantisch soll sie dennoch sein.
Du sagst, die Welt sei schlicht beschissen.
Der Esel hat kein Gold geschissen.
Hast genug von kalten Messen,
Besserwissern und Keksenfressen.
Groß und Glücklich sein zu müssen,
Glücklicheren die Füße zu küssen.
Die Wahrheit ist kein Kerzenschein.
Im Dreck liegt sie, um wahr zu sein.
Du strebst danach tatsächlich zu wissen.
Kämpfst wie ein Hund, verängstigt, verbissen.
Willst das Sollen und müssen vergessen.
Freiheit mit bloßen Worten erpressen.
Du träumst davon sie wie Blumen zu gießen,
Und hoffst darauf zu sehn wie sie sprießen.
Weder Blumen noch Dreck noch Kerzenschein,
Romantik kann keine Wahrheit sein .