Montag, 1. November 2004
Hauslos
Komm, Schatz,
Komm nur herein.
Komm und trenne:
Siehst du, das ist meine Küche.
Trenne die Bestecke, die Teller und Gläser,
Trenne die gelben, braunen Säcke von weißen,
Kenne die Bedienung, die Etikette,
Komm in mein Haus, in mein Bett, unter meine Decke.
Kenne dich aus und trenne
in meinem Haus.
Siehst du, das ist mein Bad.
Trenne die Handtücher nach Größe,
Trenne die Wäsche nach farbig oder weiß,
Kenne die Seife, die Etikette,
Komm in mein Haus, in mein Bett, unter meine Decke.
Kenne dich aus und trenne
in meinem Haus.
Siehst du, das ist mein Wohnzimmer.
Trenne die Bücher, nach Titel und Verfasser,
Trenne die Bibel von Koran und Bhagavad-Gita,
Kenne die Weise, die Etikette,
Komm in mein Haus, in mein Bett, unter meine Decke.
Kenne dich aus und trenne
in meinem Haus.
Siehst du, das ist mein Schlafzimmer,
Trenne klug und dumm, das Gute, das Böse,
Trenne Tag und Nacht, den Mond, die Sterne,
Kenne mein Haus, die Länge deiner Kette.
Es gibt kein hinaus, bleib und verrecke,
Verrecke dort in deinem Drecke,
Wo die Scheiße schon bis an die Decke
Reicht. Verrecke still in einer Ecke.
Ja, ich schenk dir das Haus,
Die Küche, das Bad, die Zimmer,
Das Bett und die Decke,
Auch Garten und Hecke dazu,
Geschenkt ist das Verfluchte,
Diese holdlose Stätte,
Nimm es und nenne es
Dein eigen Haus.
Keine Ursache.
Nimm es, und sei glücklich damit.
Ich will das alles nicht mehr.