Montag, 1. November 2004
Ferrum Sanat
Abends darf mich keiner stören,
Abends rechn ich mit mir ab.
Manche trinken, manche beten,
Und ich schneid mir die Finger ab.
Ja, dann zähl ich wieviel Sünden,
Und welcher schweren Qualität,
Frisch an meiner Seele kleben,
Dem holden Schlaf im Wege stehn.
Für jede Sünde muss ein Finger
Ins Reich der Toten übergehn;
Für jede zweite eins zur Ehre,
Für jede dritte die Hand mitgehn.
Und färbt mein Rot die weiße Decke,
So mehr färbt Stolz mein Bleichgesicht,
Und macht mich geil und stachelt mich an
Zu jenem blutgen Strafgericht:
Und sind die Hände abgehackt,
Und Füße und mein steifer Schwanz,
So ruf ich Gott persönlich an,
Er möge meinen Kopf entsäbeln,
Und krönen mit nem Lorbeerkranz.
Jetzt bin ich gut, gerecht und heilig,
Vergeltung ist der Heil allein,
Jetzt kann ich schlafen, mich süß erholen,
Sauber muss die Buße sein!