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November 2004

Freitag, 5. November 2004

Modulo 7

Fakt 1a: Die Post ist Samstags bis 12:00 geöffnet.

Behauptung: Das Paket (wahrscheinlich der Tee, den ich bestellt habe) kann am nächsten Werktag ab 16:00 abgeholt werden. Und das wurde am heutigen Tage behauptet.

Betrachte: Heute ist Freitag also war gestern Donnerstag. Freitag nach Donnerstag ausgeführt ergibt Samstag. Die Behauptung widerspricht Fakt 1a (In der Tat: 12:00 ist viel früher als 16:00).

Bemerkung: Der Postbote scheint nicht ganz nullteilerfrei gewesen zu sein.

Montag, 1. November 2004

Der Reiche und die Flasche

Weit von hier, so weit entfernt,
Wo keiner Lesen je gelernt,
Von Schreiben nie die Rede war,
Präsidierte Baldemar.

Baldemar, der Flaschengeist,
Der suchenden den Weg verheißt.
Der wünschenden den Wunsch gewährt,
Und Unglücklichen Glück beschert.

Da kam einmal zu Baldemar
Ein Mann, der reich und rühmlich war.
Er nahm die Flasche, rieb sie an,
Rieb noch einmal, und hielt an;

Hielt kurz ein und rieb dann weiter.
Stellte sich zum Reiben breiter.
Wechselte die Rubbelseite.
Änderte die Rubbelweite.

Änderte die Rubbelweise,
Schrieb nun große, weite Kreise,
Ließ sie raus, die Reibewut!
Verschluckt von Funken Reibeglut.

Wo zum Teufel ist der Geist?
Weiß er nicht mehr, wie er heißt?
Ich reibe mir die Hände wund,
Und leide wie ein Schweinehund.

Aha, ich weiß, du sparst auf Kohle,
Wartest bis ich Scheine hole.
Na gut, wir können da was drehn,
Zu Anfang denk ich reichen Zehn.

Hier, greif zu, du Flaschenhure!
Hast nun endlich deine Fuhre!
Doch die Flasche war wie tot.
Sogar auf dieses Angebot.

Es ist die Regel, wie man sieht
Dass Geld bei Geistern nicht so zieht.
Der Reiche aber gab nicht auf,
Versuchte weiter seinen Kauf.

Er fragte zynisch: Lieber Geist,
Sind Sie etwa abgereist?
Hatten Sie genug vom Leben,
Und sich selber aufgegeben?

Wo bleibt der Ehrgeiz und die Kraft
Der Flaschengeisteswissenschaft?
Komisch, komisch, nicht, Herr Geist,
Wie schnell man doch ein letztes scheißt?

Doch Spaß beiseite, kommen Sie,
Heraus mit Ihnen, faules Vieh!
Ich biete meine Schätze an,
Und mehr als man sich wünschen kann.

Ich weiß, dass Sie Zuhause sind,
Ich bin doch kein naives Kind!
Freuen Sie sich mir zu dienen,
Seien Sie zur Stell erschienen!

Baldemar, ganz cool und lässig,
Sagte nur: Sind Sie gehässig!
Sagen Sie, wer sind sie bloß,
Sie leichenbleiches fettes Kloß

Soll ich Ihnen je erscheinen,
Wenn Sie mich mit Hass bereimen?
Soll ich Sie denn je erhören,
Wenn Sie mich durch Hass betören?

Sie unbiegsame straffe Faser!
Machen Sie mich nicht zum Raser!
Treiben Sie es nicht zu weit!
Ich bin das Spiel bis Oben leid.

Ich kann auch anders, bitte sehr,
Sie machen es mir nicht sehr schwer.
Ich werd, sodenn Sie nicht willfahren,
Üble Märchen um Sie scharen.

In meiner hohen Position
Sind Sie nach kurzer Aktion
Ein Flaschenloser armer Sack,
Ein Arbeitsloses, altes Wrack.

Wenn Sie vernünftig reflektieren,
Kommen Sie um mir zu dienen!
Ich bins nicht, das ist das Geld,
Wer Geld besitzt, dem dient die Welt.

Geld ist Reichtum dieser Welt.
Bei mir versagt dein vieles Geld.
Ich bin der Geist, der Wunder macht,
Und daher Reichtum arg verlacht.

Mit einem Mal, glühte die Flasche,
Enflamte dann, und ward zu Asche.
Die Asche verstaubte dem Boden gleich,
Der Reiche wurde kreidebleich.

Er stotterte, sein Blick ward weit,
Er flehte dar, ihm tät es Leid,
Er wollte keinen Zorn erwecken,
Er wollte doch nur freundlich necken.

Witzig sein und Spaß betreiben,
Sympathie und Freundschaft zeigen.
Hoffend: Geisti fand entzücken.
Kehre mir doch nicht den Rücken!

Doch Baldemar kam nie zurück.
Und somit blieb des Reichen Glück
Auf ewig eine gute Frage
Bis ans Ende seiner Tage.

Glück ist keine Handelsware,
Was man kauft, worauf man spare.
Einzig liegt es in der Macht
Der unsichtbaren Geisterpracht.

Montag, 1. November 2004

Im Bundestag

Im Bundestag stand zum Gefecht
Das Drehimpulserhaltungsrecht.
Den Antrag einer Änderung
Der Altbewährten Regelung
Entließ die Freie Tier Partei.
Und nun begann die Streiterei.

Das Bundestagspräsidium
Begrüßte erst das Publikum.
Dann kam das restliche Getier,
Vom Huhn und Schwein bis hin zum Stier.
Es bat um: Ruhe in dem Saal!
Zum Kruzifixus Still nochmal!

Die Hühner saßen lässig krum
Auf blankpolierten Stangen rum.
Sie tratschten übers ganze Haus,
Und tauschten sich Rezepte aus.
Es war ein Gackern ach, her je!
Die Ohren taten einem weh.

Die Schweine lagen unten rum
Auf importierten Heu herum,
Betrachteten vor Langeweil
Des Vorderschweines Hinterteil
Und disputierten allerlei
Spätpubertäre Schweinerei.

Die Kühe standen kauend rum
Und kauten auf dem Brei herum,
Was gestern noch das Frühstück war,
Und machten es verdauungsklar.
Sie stoßten dabei wie ne Kuh
Ein langes Muh auf, ab und zu.

Die Ochsen chillten hinten rum,
Dort lungerten sie nutzlos rum.
Sie brachten hin und wieder mal
Ein Klagejauchzen in den Saal.
Sie stanken tierisch aus dem Maul,
Noch schlimmer als ein toter Gaul.

Den Ochsen nah, den Hühnern fern
Erholten sich die Stiere gern.
Die andauernd verschnupfte Nas
Vernahm nur wenig Ochsengas.
Sogar ein taubes Ohr jedoch
Zerfällt von dem Gegacker noch.

Und so hat keiner recht gehört,
Dass jemanden der Urkrach stört.
Darauf ergriff der Präsident
Und schmiss ne Akte vehement
Mit Schmackes in die Hühnerschaar,
Und traf auch fest die Hühnerbar.

Sofort erschreck und schlug umher
Das ganze laute Hühnerheer.
Teils flohen sie nah unter Dach,
Teils traten sie die Schweine wach.
Die Schweine quietschten furchtbar laut,
Als zog man ihnen gar die Haut.

Ihr Quietschen drang durch Mark und Bein,
Die Kühe wussten keinen Reim,
Die Ochsen sprangen wild umher
Und pfurzten ihre Därme leer.
Die Stiere starrten, wie schockiert,
Als würd ihr Schädel trepaniert.

Es knirschte, krachte, brach und flog,
Der Kuhmist lag im Futtertrog,
Gefieder schwämmte Luft und Sicht,
Man sah die Luft vor Federn nicht.
Was vorher noch ein Sitzplatz bot,
War nun entzwei und hing im Lot.

Doch nach dem Sturm kam endlich Ruh,
Und jeder dachte: Was denn nu?
Die Stille wurde rasch gestopft,
Der Präsident erhob sein Kopf,
Und rief nun laut mit ernster Stirn:
Es reicht jetzt! Himmel, Arsch und Zwirn.

Und plötzlich war im Bundestag
So still, wie nur ein Toter lag.
Ich sage es zum letzten Mal,
Wer nicht willfährt, verlässt den Saal.
Es setzen sich jetzt alle hin,
Sonst macht das ganze hier kein Sinn.

Wer reden darf, bestimme ich.
Der Rest sei Still und hüte sich
Den Vortrag durch Geschwätz zu störn.
Nur einer Redet, andre hörn.
Ich frage mich, wieso ich hier
Ne Horde wildes Vieh dressier.

Und Jedermann ergriff die Scham,
Dass es zu diesem Zirkus kam.
Die Hühner senkten ihren Kopf,
Die Schweine tränten Tropf für Tropf,
Die Kühe machten ein Gesicht,
Als sei ihr Leben ohne Licht.

Die Ochsen schauten Tief beschämt,
Die Stiere starrten wie gelähmt.
In ihren Köpfen hats gebrannt,
Die Hausordnung war wohl bekannt.
Nur eben ist ein Tier ein Tier,
Und handelt meistens nach Begier.

Und plötzlich aus dem Gramestal
Erblühte wieder die Moral.
Und jeder trat nun Stück für Stück
Besonnen an sein Platz zurück.
Der Präsident war sehr beglückt,
Von dieser Leistung hoch entzückt.

Die Ordnung nahm nun seinen lauf,
Er rief den ersten Redner auf:
Herr Osterwelle, war der Mann,
Der nun gebilligt reden kann,
Ein Huhn der Freien Tier Partei,
Erklärt uns jetzt den Antragsbrei.

Herr Osterwelle kam zum Pult,
Mit einer Stimme, wohlgeschult,
Die Laut gen Himmel elongiert,
Rhetorisch Kunstvoll, reich verziert,
Versteht er Hass im Volk zu schürn,
Und damit sich zum König kürn.

Verehrtes Vieh im Bundestag,
Erhöret, was ich sagen mag.
Der Antrag meiner Tierpartei
Hat einzig eine Allerlei
Verschieden sowie eben gleich
An liberalem Denken reich.

Verehrte Damen, werte Herrn,
Verehrte Kühe, sag ich gern,
Verehrte Ochsen, noch dabei,
Verehrte Stiere, sein wir frei,
Und sagen es, und legen dar,
Was nie gesagter Dinge war.

Zum ersten ist es doch nur recht,
Von Drehungen wird einem schlecht,
Und hat man dann genug gedreht,
So sieht doch jeder, wie es steht,
Es bringt da garnichts, nur Verdruss,
Und damit ist nun endlich Schluss.

Herr Osterwelle, gestatten Sie
Ein Zwischenruf von einem Vieh?
Ich lehne jeden Schwätzer ab,
Weil ich jetzt hier das Sagen hab.
Im Hinblick auf die knappe Zeit,
Erkläre ich mich nicht Bereit.

Es mindert nicht die Redezeit,
Wir halten unsre Uhr bereit,
Und stoppen nur, wenns weitergeht,
Damit die volle Zeit auch steht.
Ich sage: Nein! Wowaren wir?
Und jeder brüllte: Dreißtes Tier!

Und damit Dreißtes Tier und muss,
Denn Dreißtes damit Dreißtes Schluss.
Und jeder brüllte lauter noch,
Als wären wir im Bonner Loch.
Herr Osterwelle wusste nicht,
Was dieses Gröhlen unterbricht.

Der Präsident ergriff das Wort:
Herr Osterwelle fährt jetzt fort,
Und alle halten ihren Mund,
Sonst fliegt er schnurrstraks aus dem Bund.
Herr Osterwelle, Sie sind dran.
Ich danke Ihnen, lieber Mann.

Und daher muss nun Ende sein,
Hinfort der Last und schwerer Pein.
Der Bürger will, und das zu recht,
In diesem wirren Rechtgeflecht,
Sich endlich wie Zuhause fühln,
Sein Bier in seinem Kühlschrank kühln.

Schon Kant war damals wohl bekannt,
In welch Moraltal war das Land.
Er brachte damals explosiv
Den Kapitalistischen Imperativ:
Was du nicht willst, dass man dir tu,
Das füge jedem andren zu!

Und laut erschallte nun Applaus
Aus Osterwelles Ecke raus.
Die Freie Tier Partei war recht
Erfreut und fands nicht schlecht,
Wie wortgewandt und intelligent,
Probleme er beim Namen nennt.

Und daher sag ich, fort damit,
Wer braucht denn schon ein Drehlimit!
Wer drehen will, der soll das tun,
Wir lassen es dabei beruhn.
Naturgesetze sind doch nicht
Wofür ein Freies Deutschland spricht!

Und noch bevor er Atem nahm,
Und zu den nächsten Worten kam,
Ergriff der Präsident das Wort,
Und bat Herr Osterwelle fort:
Die Redezeit ist leider um,
Beenden Sie die Rede drum.

Ich habe den Herrn Präsident
Verstanden, doch es juckt und brennt,
Was ich noch hier verklickern will,
Und danach bin ich wirklich still.
Ich meine, sei Verehrter Herr
Sie zwingen mich, dass ich sie sperr.

So sprach der Präsident gewiss,
Die freiheitliche Stimme riss.
Dem Mikro fehlte es an Saft,
Dem liberalen Wort an Kraft.
Der nächste Redner bitte sehr,
Frau Ferkel trete nun hierher.

Die Wand verlierte bröckelnd Putz,
Geputzt war ohne Strahlenschutz.
Frau Ferkel mit dem Heilgen Schein
Nahm nickend jeden Treppenstein,
Und nickte weiter ganz nach Kult,
Und nickte noch am Rednerpult:

Ich grüße jeden hier im Stall,
Ich seh, der Saal ist wieder Prall.
Das war ein Witz, verstehen Sie?
Ich finde davon hat man nie
Genug. Was wollt ich jetze?
Ach meine Güte, diese Hitze!

Sie raubt doch jedem den Verstand,
Besonders Frauen von dem Land.
Ich wollte sagen, sein wir klar,
Wir sind heut wirklich spärlich rar.
Naja, ich glaub, der Rest vom Klan,
Fährt lieber etwas Tali-Bahn.

Ah ha ha ha, gecheckt? Geschnallt?
Ich liebe meine Witzgewalt.
Ja, lasst mich euer Lachen sehn,
Denn auch die Zähne werden gehn.
Da sorg ich schon verkrampft dafür,
Mit einer fetten Zwangsgebühr.

Die eh sich niemand leisten kann,
Da kommt schon bald ein Profi dran.
Wenn ich einmal der Kanzler bin,
Sind nur noch Christen bei uns drin.
Wir Christen haben Nachbarn gern,
Und halten sie vom Leibe fern.

Denn sind sie nichtmehr außer Land,
Ist alles außer Rand und Band.
Wer Hassprediger unterstützt,
Verdient nicht, dass der Staat ihn schützt.
Wir lassen keine Bärte rein,
Denn praktisch könntens alle sein.

Die Nächstenliebe! Liebes Kind,
Demnächst weht hier ein andrer Wind.
Und dann mach ich die Apparatur,
Zur vorbildlichen Diktatur.
Doch dazu später, lieber Saal,
Detaills geb ich erst nach der Wahl.

Die Andren waren tief entsetzt,
Wie diese Frau das Volk verhetzt.
Protest kam gar aus ihren Reihn:
Entsorgt die Ferkel in den Rhein!
Und alles rief den Wahlspruch aus,
Es donnerte das ganze Haus.

Sogar der Präsident gab zu:
Im Namen der gesamten Crew,
Sind Sie, Frau Ferkel, expediert,
Bevor man Sie hier mazeriert.
Frau Ferkel trat nur nickend ab,
Und nickt noch heut in ihrem Grab.

Der Nächste, so der Präsident,
Sie kam vom Grünen Element,
Frau Mager treten Sie jetzt an,
Und bitte sehr, oh Mann oh Mann,
In einem nicht so argen Ton,
Sonst sperre ich das Mikrofon.

Herr Präsident, ich bitte Sie,
Ich habe wenig Stoff und zieh
Mein Ding im nu mit Eile fast,
Beamte kennen keine Rast.
Wir Grüne umso weniger.
Wir sind die schnellen Prediger.

Ich will nur sagen, liebe Leut,
Welch Schwachsinn ist das Thema heut.
Der Drehimpuls steht nicht zur Wahl,
Wir sind hier nicht im Märchental.
Ich glaub da macht ein schräges Herz
Mit Deutschland einen üblen Scherz.

Da prahlt man mit Immanuel Kant,
Und nimmt ihn just als Gegenstand,
Als Mittel zum begehrten Zweck,
Für Kant ist eben das der Schreck.
Die Sache ist bloß nicht mehr neu,
Schon Eichmann suchte Gold im Heu.

Ja, wisst ihr noch, zur letzten Wahl,
Da gabs ne ganz obskure Zahl,
Die 18 wars, aha, aha,
Im Alphabet, das A und H!
Mir dämmert da ein dunkler Schein,
Es könnte Adolf Hitler Sein.

Das spricht doch alles schon für sich,
Was da sich unters Volke schlich,
Und brüllend, ganz aus vollem Hals
Die Diktatur des Kapitals
Verbissen, wahnhaft reklamiert.
Und breitet ihr den rechten Wirt.

Nicht jeder Hund macht sein Geschäft
Nicht jeder Hund, der beißet kläfft
Es war doch glaub ich anders rum:
Ein Hund der bellt, der scheißt nicht rum.
Ja etwa so, das ist egal,
Die Quintessenz ist jedem klar.

Doch auch ein Huhn, und blind geborn,
Hat in den Augen einen Dorn.
Ich sage euch, ihr erntet das
Was jetzt ihr sähet, mit Verlass.
Ich danke Ihnen, danke sehr,
Das klingt zwar hart, doch ist es fair.

(Wir danken auch, verehrte Kuh,
Man höret gerne klugen zu,
Die sucht man lang auf grüner Weid.
Ich bin den Job hier wirklich leid.)
Der nächste Schwätzer, Gott oh Gott,
Und machen sie sich endlich fott.

Herr Sündenhering, bitte sehr,
Der Rednerpult ist für Sie leer.
Herr Sündenhering, hohes Tier,
Ein sozialgerechtes Stier.
Sprach diplomatisch, selbsbewusst,
Das weiße Brot, ganz ohne Krust:

Herr Präsident, Damen, Herrn,
Ich liege dieser Meinung fern.
Es kann, zu erst, nur Drehung sein,
Wo kraft Impuls geleget rein.
Vielleicht ist das nun bisschen stramm,
Doch sei das Beispiel nur ein Lamm.

Das Lamm hat einmal Pech gehabt,
Ein Zahnrad hat sein Fell geschnappt.
Das hatte einen Drehmoment,
Den auch das Lamm jetzt nunmehr kennt.
Jedoch hat auch ein Lamm Gewicht,
Und deshalb dreht es sich jetzt nicht

Wie grad die Zähne warn, so schnell.
Der Drehimpuls erhält sich, gell?
Und nun ein kleiner Lernzieltest,
Das Lamm wird an die Wand gepresst,
Weil es im Flug den Kopf dran stößt,
Nachdem es sich vom Zahnrad löst.

Die Frage lautet, obs Gerät
Nun langsam oder schneller dreht?
Nun kommt schon, Leute, schlaft nicht ein.
Die Masse wird doch wieder klein!
Und jetzt, was wird aus unsrem Rad?
Euch fehlt zu sowas wohl der Draht.

Wir sehen, reißt des Lammes Fell,
So fliegt er weg, das Rad wird schnell.
Und daher ist er wie ein Schatz
Der Drehimpulserhaltungssatz.
Er muss gewiss, ich klopf auf Stein,
In unserer Verfassung sein.

Zum zweiten Punkt, Frau Ferkels Sicht,
Der Zuwanderungsaufhaltspflicht,
Ist nicht nach unsrem Wohlgeschmack,
Wohl schmeckt er diesem Sektenpack.
Und drittens, was Frau Mager trifft,
Die Frau ist wieder leicht bekifft.

Es ist doch Quatsch, ein blindes Huhn
Hat nie und nimmer was zu tun.
Sogar Gesunde jagt das Los
Auf lebenslänglich Arbeitslos.
So kommen keine Körner rein,
Das sieht sogar ein Blinder ein.

Mit diesen Worten packte er
Den vorliegenden Schrifverkehr,
Beklopfte es im Gehen fast,
Dass Kante auch an Kante passt,
Und eilte mit gesenktem Blick,
Als hätte er den Laden Dick.

Der Präsident tat einem leid,
Er schnarchte schon von Zeit zu Zeit.
Er sah ermüdet auf sein Blatt,
Da wurden seine Falten glatt.
Für Heute hatt ers hinter sich.
Der Abschiedsgruß klang weinerlich:

Ich danke ihnen, gute Nacht,
Verlasset nun das Feld der Schlacht.
Und nach euch Sintflut, Donner, Blitz,
Denn Deutschland ist ein schlechter Witz.
In Deutschland brodelt, flammt und brennt
Der Bürgerkrieg im Parlament.

Was einmal Politik noch war,
Bewegt sich nicht mehr, bleibet starr.
Es macht mit euch kein bisschen Spaß.
So beißt das Land schon bald ins Graß.
Mit andren Worten, macht es gut,
Ich hoffe, euch gefällt die Brut.